º Studium in Bonn, Göttingen und Berlin
Obwohl Heine sich auch für die Rechtswissenschaft nicht sonderlich interessierte, nahm er 1819 ein Jurastudium auf. Zunächst schrieb er sich in Bonn ein, wo er aber nur eine einzige juristische Vorlesung belegte.
Dagegen hörte er im Wintersemester 1819/20 die Vorlesung zur Geschichte der deutschen Sprache und Poesie von August Wilhelm Schlegel. Der Mitbegründer der Romantik übte einen starken literarischen Einfluss auf den jungen Heine aus, was diesen aber nicht daran hinderte, sich in späteren Werken spöttisch über Schlegel zu äußern. Das gleiche geschah einem weiteren Lehrer Heines in Bonn, Ernst Moritz Arndt, dessen reaktionäre Ansichten er in späteren Gedichten und Prosatexten mehrfach aufs Korn nahm.
Im Wintersemester 1820 ging Heine an die Universität Göttingen, die er aber schon im Februar 1821 wieder verlassen musste. Ursache dafür war eine Duellaffäre: Heine suchte aufgrund der gesellschaftlichen Zurücksetzung, der Juden im damaligen Deutschland ausgesetzt waren, seine Herkunft möglichst zu verbergen. Als er von einem Kommilitonen wegen seines Judentums beleidigt wurde, forderte er diesen zum Duell. Die Universität relegierte ihn und seinen Duellgegner daher für ein Semester.
Heine wechselte zur Berliner Humboldt-Universität, wo er von 1821–1823 studierte und u. a. Vorlesungen bei Georg Wilhelm Friedrich Hegel hörte. Bald fand er Kontakt zu den literarischen Zirkeln der Stadt, und war u. a. regelmäßiger Gast im Salon von Rahel Levin und Karl August Varnhagen von Ense. Von Berlin aus unternahm er 1822 eine Reise nach Posen. Hier begegnete er erstmals dem chassidischen Judentum, das ihn zwar zum Teil faszinierte, mit dem er sich aber nicht identifizieren konnte. Im Frühjahr 1823, zwei Jahre vor seinem Übertritt zum Christentum, schrieb er in einem Brief an den Freund Immanuel Wohlwill: „Auch ich habe nicht die Kraft, einen Bart zu tragen und mir Judenmauschel nachrufen zu lassen.“
(Quelle: Wikipedia)